
Auf dem Grundstück stand zuletzt ein kleines Siedlungshaus. Der Neubau sollte eine Lücke im bestehenden Blockrand schließen und zugleich auf einen Straßenraum reagieren, der hier ungewöhnlich großzügig ist: breit, offen und von gewachsenen Bäumen begleitet. Diese räumliche Weite war für das Projekt entscheidend, weil sie trotz dichter Bebauung Abstand, Licht und Wohnqualität ermöglicht.

Das Grundstück selbst war eng gefasst, mit knappen Grenzabständen und hoher baulicher Dichte im direkten Umfeld. Die Investorengruppe verfolgte das Ziel, die Fläche wirtschaftlich und effizient zu entwickeln. Gerade unter diesen Rahmenbedingungen stellte sich die Frage, wie zusätzlicher Wohnraum entstehen kann, ohne die vorhandene Maßstäblichkeit zu verlieren.


Der Entwurf reagiert mit einer klar gegliederten, zurückhaltenden Fassade. Präzise gesetzte Fenster, tiefe Leibungen, einfache Materialien und die markante Dachform geben dem Haus eine eigene Identität, ohne sich vom städtebaulichen Zusammenhang zu lösen.
So entsteht ein Wohnhaus, das die Blockrandstruktur ergänzt, die Lücke selbstverständlich schließt und dennoch nicht schwer wirkt. Seine Qualität liegt nicht im großen Auftritt, sondern in der genauen Balance zwischen Ausnutzung, Maßstab und Ruhe.

