
Das Haus der Großmutter und das dazugehörige Grundstück wurden an die Generation der Enkel weitergegeben. Ein großes Grundstück mitten im Dorfkern – vertraut, gewachsen und mit vielen Erinnerungen verbunden. Das bestehende Wohnhaus aus den 1950er-Jahren wurde abgebrochen; an seiner Stelle entstanden zwei neue Holzhäuser.


Das Budget war von Beginn an klar begrenzt. Gerade deshalb war eine präzise Planung notwendig – nicht, um zu sparen, sondern um Mittel gezielt dort einzusetzen, wo sie Wirkung entfalten.
Von Beginn an stand fest, dass es ein Holzbau werden sollte. Ein Holzbau, der sich nicht verkleidet, sondern zeigt, was er ist – nach innen wie nach außen. Konstruktion, Material und Atmosphäre bilden eine Einheit. Gestaltung war dabei kein Selbstzweck, sondern Ausdruck von Klarheit und Dauerhaftigkeit.


Der Straßenzug ist geprägt von Zäunen, die die Grundstücke deutlich vom öffentlichen Raum abgrenzen. Hier wurde bewusst ein anderer Weg gewählt: Statt klassischer Einfriedungen weiten bepflanzte Vorgartenbereiche den Straßenraum. Die Erschließung der Häuser und Nebenräume erfolgt über den öffentlichen Raum; zusätzliche private Wegeflächen wurden vermieden. Carport und Abstellräume sind in einem schmalen Grundstücksarm gebündelt, der sonst kaum nutzbar gewesen wäre. So bleibt die Versiegelung konzentriert: Abgesehen von den Gebäuden selbst sind die übrigen Flächen wasserdurchlässig ausgeführt.


Zwischen den beiden Häusern und dem Carport liegt ein kleiner Platz mit einer Platane, die bereits auf dem Grundstück der Großmutter stand und für das neue Projekt verpflanzt wurde. Heute bildet dieser Ort den Mittelpunkt des Ensembles – als Übergang, Treffpunkt und selbstverständlicher Arbeits- und Aufenthaltsbereich. Hier zeigt sich, worum es bei diesem Projekt im Kern geht: Neubau im Dorfkern nicht als Bruch, sondern als Weiterdenken eines vertrauten Ortes – mit Maß, Klarheit und Verantwortung.